Zelten in freier Natur, in der Heimat, mit Kameraden gleichen Sinnes: 130 Millionen Amerikaner, auch die Präsidenten Joe Biden und George W. Bush, waren als Jungs bei den Boy Scouts of America, einer der ältesten und größten Jugendorganisationen der USA.  Sie wurde 1910 unter der Schirmherrschaft der Kirche gegründet, zählt heute 2,2 Millionen Mitglieder, im Alter von 5 bis 21 Jahren. Doch im Februar 2020 meldeten die Boy Scouts of America Konkurs an, nach einer Welle von 100.000 Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch ihre Gruppenleiter. Schon 70 Jahre lang vertuschten die Chefs der amerikanischen Pfadfinder viele interne Klagen von Kindern über Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe durch ihr Führungspersonal – sie sammelten die Namen der Kinder und der Täter, in einem geheimen Archiv, genannt die „Akten der Perversion“. Die Täter wurden in aller Regel einfach in einen anderen Bundestaat versetzt, als Leiter anderer Pfadfindergruppen. Nun endlich kommt die Wahrheit ans Licht. Pauline Louvet und Sophie Przychodny trafen sich mit den inzwischen erwachsenen Opfern, die Klage erheben, um endlich gehört zu werden.

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